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Nordseebesuch…

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Mein Mann will die See sehen. Ein Ziel ist schnell gefunden, Nordsee – Cuxhaven – Duhnen – fertig!

Er: „Morgen um halb acht sitze ich im Auto!“

Oh nein! Ich als bekennender Morgenmuffel müsste dann ja mindestens schon um 06.30 Uhr aufstehen. Ich will nicht… …aber ich will auch mal wieder an die See… …also habe ich vorgestern Abend vorsichtshalber erstmal den Wecker NICHT gestellt. Mein Mann hat ja eine innere Uhr, gelle?

Um 08.30 Uhr werde ich sanft angestubst.

Er: „Du, ich geh‘ mal eben duschen und dann geht es auch gleich los, ok?!“

Ich brummel ein bisschen vor mich hin. Gleich ist ja relativ…

Um 09.00 Uhr stehe ich dann auf und koche erstmal einen Kaffee. Ich schaue aus dem Küchenfenster. Da steht er im Blaumann und werkelt ein bisschen im Garten. Man muss ja jede Minute die man wach ist, sinnvoll nutzen.

Die Kaffeemaschine blubbert und ich wecke die Kids, bevor ich mich in die Nasszelle schwinge und mir den heißen Wasserstrahl über den Körper rieseln lasse.

Die Kinder sind voll begeistert und brummeln auch nur rum. Von wem sie das wohl haben? *pfeiff*

Dann sind wir endlich fertig und abfahrbereit. 

Ich lege meine Jacke in den Kofferraum und schwub sitzt unsere Hündin im Auto und bewegt sich nicht mehr raus. Sie mag es nicht, wenn ihr Rudel den ganzen Tag weg ist. Allerdings nehmen wir sie sonst nie irgendwo mit hin, weil so große Menschenmengen und Krach eigentlich nichts für Hunde sind. Außerdem ist sie ein Landei. Leine kennt sie nur wenig und Autofahren nur bis zum Tierarzt. 

Schnell wird einstimmig beschlossen, diesem Dackelblick aus Schäferhundaugen kann man nicht widerstehen. Sie MUSS mit. Außerdem ist das mal eine gute Übung, falls sie in den Harzurlaub auch mit muss, weil der ziemlich kurzfristig geplant ist und kein Platz mehr in der Tierpension unseres Vertrauens frei ist. 

Nun muss sie doch noch mal aus dem Auto, weil wir das Hundegitter anbringen müssen, damit sie nicht während der Fahrt nach vorne hopst. Das Gitter ist total verstaubt und muss natürlich erstmal geputzt werden. Die Kinder suchen Leine und Geschirr, finden nur das Geschirr und ein langer Halfterstrick wird kurzerhand zur Leine umfunktioniert. Ich packe eine Extratüte, Handschuhe und Küchentücher ein, falls sie unterwegs Ladung verliert. Eine Flasche Leitungswasser und eine Schale sind auch mit im Gepäck. Hund hopst sofort wieder in das Auto und sitzt erwartungsvoll hechelnd da. Wir quellen alle ins Auto und auf geht es, Richtung Nordsee…

Der Tank ist halb leer… Ok, wir tanken…

Wir halten, der Hund fängt sofort an zu jaulen. Einer vom Rudel steigt aus dem Auto. DAS GEHT GAR NICHT!

Die Geldbörse ist auch fast leer… …OK, wir fahren zur Bank…

Vor der Bank dasselbe Spiel… …der Wagen hält, einer steigt aus, Hund jault…

Endlich alles erledigt. Wir fahren Richtung See… JUUUUUCHUUUUUUH!!!

Fünf Kilometer weiter.

Ich: „Schatz, hast Du die Kaffeemaschine ausgemacht?“

Er:  „Nee, hast Du nicht?“

Ich:“Nee, machst Du doch immer…!“

Schwub wir drehen um, fahren nochmal zurück. Und ja, die Kaffeemaschine war noch an. 

Jetzt aber!!!

Die Fahrt verläuft ruhig. Der Hund ist an allem interessiert und guckt hechelnd aus dem Heckfenster. Er legt sich die ganze Fahrt nicht hin.

Nach ca. anderthalb Stunden (es ist jetzt 12.30 Uhr) kommen wir in Duhnen an. Alle Parkplätze sind besetzt. Irgendwie hatten alle die Idee an die See zu fahren. Wir fahren auf den einen Parkplatz, obwohl er besetzt ist. Der Parkplatzwächter winkt ab. Wir sollen fahren. Wir beratschlagen noch, was wir machen sollen und ein PKW verlässt den Parkplatz. Der Parkwächter winkt uns heran und sagt, wir sollten schauen. Es könnte aber sein, dass gar kein Platz mehr frei ist. Er habe so langsam den Überblick verloren. Vor uns versucht jemand in eine viel zu enge Parklücke zu kommen. Ein Ehepaar hält an unserem Auto an und sagt, sie hätten ganz hinten rechts extra für uns noch einen Parkplatz frei gelassen. Wieso sie das uns sagen und nicht den anderen fünf Wagen die noch vor uns dran waren? Keine Ahnung, ist mir auch egal… …ich bin selbstsüchtig. Außerdem jault der Hund auch schon wieder. Wir haben ja gehalten…

Wir schlängeln uns an den wartenden Autos vorbei und ja! – da ist er, der Parkplatz, der nur auf UNS gewartet hat. 

Das war ja einfach. 

Wir steigen aus, der Hund springt freudig aus dem Auto und ist so aufgeregt, dass er bzw. sie erstmal gar nichts saufen mag. Das riecht hier ja überall ganz anders als zu Hause.

Wir fragen den Parkwächter, ob es denn auch einen Hundestrand gäbe? Nein, nur in Sahlenburg. Naja, man kann ja nicht alles haben. So schauen wir uns das Watt vom Deich aus an und nachdem wir davon genug haben, setzten wir uns in ein nettes Lokal und verspeisen Fisch, Nordseekrabben und Speckbratkartoffeln. Der Hund liegt unter dem Tisch, als ob er schon immer ein Kneipenhund gewesen wäre. 

Der erste Restaurantbesuch hat also auch problemlos geklappt.

Das einzige was nervt, sind diese kleinen Handtaschenhunde. Die leiden ja völlig an Selbstüberschätzung. Mein GROßER aber lieber und total aufgeschlossener Hund, der andere Artgenossen nur anschnüffeln will und am liebsten durch das Watt rennen würde geht auf jeden Hund mit gespitzten Öhrchen und wedelnder Rute zu. Natürlich halte ich sie kurz, weil es ja eh ziemlich voll ist auf dem Deich und ich natürlich niemanden zu Fall bringen möchte. Sie kommt gar nicht in die Nähe der Hunde. Die kleinen Wauzis laufen teilweise an der langen Leine oder sogar ohne und rennen kläffend auf sie zu und knurren. Die menschliche Begleitung hat alle Hände voll zu tun, die kleinen Kläffer zu bändigen. Einer Frau schneidet das dünne Seil der Leine sogar in die Hand, so dass sie laut „Aua“ ruft. Schert ihren Pfiffi wenig. Der geifert weiter und will meinem Schäferhund an den Hals. Der guckt etwas verblüfft und bellt einmal. Schon schreien einige Leute, wir sollten bloß die große Bestie festhalten und warum so ein böser Hund keinen Maulkorb tragen würde. 

Hä?

Ich verkneife mir ein: „Soll sie ihre Trethupe doch in der Tasche spazieren tragen!“ und verlasse den Deich. 

Mit den großen Hunden versteht sie sich prima. Die knurren, wenn sie nicht schnuffeln wollen, dann lässt sie sie in Ruhe oder sie schnuffeln, was dann natürlich einen Stau auf dem Fußweg verursacht. 

Alles in allem hat sie gut durchgehalten und war auch superlieb, wenn sie auch jeden Grashalm beschnüffeln musst und man nicht ganz so schnell vorwärts kam wie ohne den Wutz. Dafür war sie dann auf der Promenade etwas schneller. Dort gab es ja keine Grasflächen. Die Tüte habe ich, welch Glück, auch nicht gebraucht und nun steht dem Harzurlaub mit Hund wohl nichts mehr im Wege.

Generalprobe bestanden!!!