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Gestern an der Kasse…

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Leider haben sie den Supermarkt in der Nähe meiner Arbeitsstelle wegen Umbauarbeiten geschlossen und ich musste nun in meiner relativ kurzen Mittagspause etwas weiter gehen um mir eine Flasche Wasser zu kaufen.

Ich gehe also schnellen Schrittes zu dem mir völlig unbekannten Supermarkt und stehe als erstes in der Gemüseabteilung. Da ich mich nicht auskenne, muss ich den ganzen Markt durchqueren um zur Getränkeabteilung zu gelangen und schwub habe ich noch ein Brötchen, so eine ganz besondere Teemischung in witzigen Stoffbeuteln (sieht ein bisschen aus wie feines, glänzendes Fliegengitter), einen fertigen Cafe Latte Macchiato und eine Flasche Volvic Landapfel in den Händen. Endlich finde ich das Wasser, klemm mir die Flasche unter den Arm uns stelle mich an der Kasse an. 

Vor mir stehen vier Personen, die nur so zwei-drei Teile haben und einer mit einem Wocheneinkauf. Ich hätte ja bestimmt auch noch mehr gefunden, aber leider habe ich nur zwei Arme und jetzt schon Probleme alles zu tragen. Es ist wirklich schlimm, mit einem Hüngerchen einkaufen zu gehen. Alles sieht ja irgendwie viel verlockender aus. Ich stehe also an der Kasse und überlege noch kurz, ob ich mir noch ein Ü-Ei oder einen Kinderriegel kaufen und wie ich die Flaschen halten soll, ohne das mir die Arme abfallen, da drängelt sich der ältere Herr, der hinter mir stand, vor. Er stellt sich einfach vor mich und grinst mich auch noch an.

Ich: „Hallo? Was soll dass denn jetzt werden?

Er:  „Ich wollte mir ein bisschen Ärger einhandeln!“

Ich: „Also erstens können sie fragen, ob sie vor dürfen und zweitens können sie jetzt wieder hinter mir zurück in die Reihe, damit sie lernen, dass man fragen muss, wenn man vor will!“

Er: grinst, zeigt mir seinen Bon „Hier, ich habe nur einen Zettel, ich will nur etwas fragen…“

Ich: „Das ist mir egal. Ich habe auch nur ein paar Teile und muss gleich wieder zur Arbeit und habe sehr wenig Zeit!“

Er: (laut)  „Guckt mal ALLE, hier ist  jemand so doof und arbeitet!“ (wieder zu mir, etwas leiser) „Das würde mich aber nerven, ich gehe nicht arbeiten, der Staat zahlt mir genug zum Leben!“

Ich: „Na dann haben sie ja Zeit und können wieder nach hinten gehen!“ 

Er macht es sogar, vielleicht hat er ein bisschen Mordlust in meinen Augen aufblitzen sehen? Nachdem er wieder meinen Hinterkopf zu sehen bekommt „unterhält“ er sich (ich glaube, die wollen gar nicht mit ihm reden) mit einigen Kids darüber, wie man so doof sein kann und arbeiten geht, wenn man doch auch auf Staatskosten leben kann. Er hätte das nicht nötig, es würde ihm gut gehen. 

Ich sage mal einfach gar nichts mehr, weil mir dazu meine Mittagspause zu schade ist und ich wohl auch auf taube Ohren treffen würde.

Ich zahle gerne Steuern, von denen ich nichts habe, Arbeitslosenversicherung die (im Moment glücklicherweise nicht benötigt wird) ich noch nie in Anspruch genommen habe, Rente, die ich wahrscheinlich niemals sehen werde und einen Solidaritätszuschlag von dem wohl keiner wirklich etwas hat, außer die Politiker fette Diäten. Ich finanziere dadurch auch ein Stück weit den Unterhalt dieses Mannes und könnte KOTZEN bei solchen Aussagen. 

Klar, wir sind ein Sozialstaat, wo die die etwas besser dran sind denen helfen, die nicht so gut dran sind. Das ist auch vollkommen ok so. Jeder kann in eine Situation kommen, wo er Hilfe benötigt. Aber muss man das ausnutzen und dann auch noch über die Deppen höhnen, die jeden Morgen aufstehen und zur Arbeit fahren? Einen roten Teppich will ich ja gar nicht ausgerollt haben, aber kann so ein Mensch dann nicht einfach seine Fresse halten?

Nee, kann er nicht… …als ich den Laden verlasse ruft er mir: „Arbeite noch schön!“ hinterher, begleitet von einem höhnischen lauten Lachen…

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Ein bisschen mehr Schamhaftigkeit stünde vielen nicht schlecht…

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Ich bin weder prüde noch verschlossen. Aber es gibt Dinge, die muss ich der Öffentlichkeit einfach nicht mitteilen und die will ich von anderen Personen auch nicht wissen!!!

Wie ich da jetzt drauf komme?

Ich wohne in einem zur Kleinststadt mutierten Dorf, bzw. außerhalb davon. Nun muss ich in des Städtchens Kern,  wenn denn der Einkauf größer ausfällt, vier Kilometer mit meinem Wägelchen fahren. Einkaufen finde ich lästig.

Da komme ich gerade von diesem besagten Großeinkauf, singe lauthals ein Stück aus dem Radio mit und bin ganz zufrieden mit mir, weil ich den Einkauf nicht bis kurz vor Ladenschluss aufgeschoben habe. Ein guter Tag! Rechts und links am Straßenrand säumen Autos den Weg und mitten auf der Straße steht so eine Autofahrerin (Frau am Steuer, sage ich nur) und unterhält sich lauthals mit einem Mann, der gerade in seinem Garten rumwerkelt. Trotz dieser ungewollten Pause lasse ich mir meine Laune nicht verderben. In den Gärten fremder Menschen gibt es ja immer etwas zu sehen. So auch heute…

Also die Gärten sind ja eigentlich hinter den Häusern. Und vor den Häusern sind die kleinen Vorgärten, die jeder von der Straße aus einsehen kann. Mein Blick wandert langsam über die vier Vorgärten in meinem Blickfeld. Da hat doch glatt jemand seine Wäsche vor dem Haus aufgehängt. Will ich wissen, was derjenige, der mir wohl bekannt ist, trägt? 

Nein, will ich nicht!

Zu spät!!!

Neben seinen schwarzen Slips hängt auch so ein Teil wo er sein Teil hineintun kann und zwar in Elefantenform – schick an den beiden Ohren aufgebamselt mit Rüssel zur Straße…

Hilfe, jetzt habe ich Kopfkino!

Wenn er das nächste Mal in die Praxis kommt muss ich aufpassen, dass ich ihn nicht mit: „Guten Tag Herr Elefant…“ anrede… :D