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Mit dem Brocken zum Brocken Teil II…

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Hier geht es zu TEIL I

Nach einer kurzen aber ruhigen Nacht klingelt um 06:00 Uhr der Wecker. Draußen ist es noch total dunkel und ich bin noch richtig müde und? Ich glaube, ich stehe erst um 07:00 Uhr auf. Vielleicht ist es da dann hell?

Eine Stunde später puhle ich mich dann aus mein warmes Bettchen, werfe die Stallklamotten über und koche mir einen Tee und setzte einen Kaffee auf. Nun wecke ich den Brocken, damit der in die Nasszelle kann und trage ihm auf, doch bitte auch die beiden Krümel-Brocken-Kinder zu wecken, wenn er fertig ist. Und ich verschwinde dann mal in den Stall.

Es ist immer noch leicht dunkel und die Pferde blinzeln mich ungläubig an, als ich das Licht anmache. Normalerweise haben sie um diese Uhrzeit noch eine Stunde Zeit, bevor es raus geht. Shadow streckt sich, geht dann aber doch nach draußen, gefolgt von Sparky und Curly. Draußen bekommen sie Heu vorgelegt, weil auf der Wiese nicht mehr genug Gras ist. Alles schon weggemampft. Dann miste ich die Boxen aus, streue ein, bereite das Futter für den Abend vor, lege schon Heu in die Schubkarre für den nächsten Morgen. Versorge die fünf Hasen mit Wasser, Futter, Heu und Möhren, fülle den Katzennapf mit Brekkies auf und schreibe meiner Freundin noch einen Zettel, damit sie auch am Abend meine Igelchen nicht vergisst.

Noch ein kurzer Rundumblick ob alles in Ordnung ist und mein Blick bleibt an Lucie, dem Hundewutz hängen. Sie fusselt. Ich frage mich, ob Schäferhunde Schockfusseln bekommen wie manche Menschen Angstschweiß? Sie hat ja nun gesehen, wie ich die Taschen gepackt habe und ist schon furchtbar aufgeregt, weil sie denkt, jemand, schlimmstenfalls ich, lässt sie alleine. Sie glaubt natürlich nicht, dass sie auch mit darf, obwohl ich es ihr schon gesagt habe. Ich sage allerdings auch immer, dass ich gleich wiederkomme und bleibe dann zehn Stunden auf der Arbeit. 

Naja, jedenfalls fusselt sie ganz fürchterlich. Ich Bürste sie solange, bis sie scheinbar keine losen Haare mehr hat und ein Schäferhund ohne Knochen den Boden bedeckt. Sie mag das Bürsten nicht und versucht immer in die Bürste zu beißen, was es nicht gerade leichter macht. Aber auch das ist irgendwann geschafft. Dann noch schnell mit dem Sparbuch zur Bank und nachdem der Urlaub auch finanziell gesichert ist geht es wieder ab nach Hause.

Ich gehe wieder ins Haus und die Krümel-Brocken-Familie ist so weit fertig, bis auf das Krümelkind, die NICHTS zum anziehen hat und nicht mit kann und das Brockenkind, welches schon angezogen ist, aber fragt, ob er nicht doch lieber zu Hause bleiben könnte. Ich gehe erstmal Duschen. Das entspannt.

Dann packen wir das Auto. Provianttasche vorne in den Fußraum, rechts hinten das Brockenkind, links hinten das Krümelkind(hat doch etwas zum Anziehen gefunden) und in die Mitte die Reisetasche und die beiden Rucksäcke. Das ist ganz schön eng, aber hinten muss ja die Lucie-Wutz rein. Wo ist eigentlich die Leine? Lucie sitzt vor dem Auto und schaut traurig, weil sie denkt, wir bringen sie weg oder lassen sie alleine. Die Kinder quellen wieder aus dem Auto und die Leine, die wir ja hier eigentlich nie brauchen, bleibt ungefunden. Macht ja nix, wir fahren ja noch am Landhandel vorbei, da gibt es auch Hundeleinen. Außerdem wollen wir vielleicht auch mit der Brockenbahn fahren, und eine Freundin erzählte, dort wäre Maulkorbpflicht. Also kann ich den dort auch gleich noch käuflich erwerben.

Alle quellen wieder ins Auto, der Hund darf es sich hinten gemütlich machen und schaut immer noch traurig, da sie auch die Möglichkeit kennt, in eine Tierpension abgeschoben zu werden. 

Den Navi eben noch eingestellt und schon geht es los in Richtung Harz.

Die Fahrt ist wunderbar. Der Brocken ist ein gemütlicher Fahrer. Das Navi leitet uns souverän in Richtung Ziel. Je weiter wir in die Nähe des Harzes kommen, desto hügeliger wird es. Entlang der Autobahn gibt es Obstbaumwiesen auf denen die Kirschbäume rot in der Sonne leuchten und die Hänge der Hügel Indian-Summer-Bunt. Ich würde am liebsten von der Bahn abfahren und auf den Obstbaumwiesen rumlaufen und hunderte Fotos machen, der Brocken ist, genau wie das Navi, Zielorientiert und am „Urlaubsort“ gibt es doch bestimmt auch genügend hübsch gefärbte Bäume. Also geht es ohne Zwischenstop weiter.

Staus sehen wir nur auf der Gegenfahrbahn und so kommen wir nach 2 1/2 Stunden Fahrt am Ziel an. Der Wagen wird geparkt. Der Hund ist auf einmal Hyperaktiv und ich wusste gar nicht, dass der Kofferraum mit Teddyfell ausgelegt ist. Ach nee, der Hund fusselt schon wieder. Sie presst sich an mein Bein und die Jeans gleicht dort einem Flokati. Toll… 

Eintritt entrichten und Schlüssel abholen sind kein Problem für die Menschen, allerdings für die Lucie. Ich verschwinde im Office und höre die ganze Zeit ihr Fiepen. Sie will ihr Rudel ständig um sich haben und zwar komplett, wenn einer weg geht, geht das gar nicht. Die Freude, als ich nach ca. 10 Minuten wieder rauskomme, ist grenzenlos, schwub sieht die ganze Hose wie ein Flokati aus. Braves Hündchen…

…Weiter geht es in den nächsten Tagen mit Teil III…

Bin ich nachtragend, oder ist sie einfach nur total dreist?

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Ich hatte mal eine Freundin. Eine richtig gute beste Freundin.

Wir lernten uns vor ca. 25 Jahren kennen. Sie hatte das Pony ihrer Tochter im selben Stall wie ich mein Pflegepferd. So sahen wir uns ab und an. Weil der Altersunterschied aber zu diesem Zeitpunkt (ich finde, Altersunterschiede relativieren sich mit der Zeit) ziemlich groß war, sie war 27 und ich 16 Jahre alt, blieb es damals noch bei kurzen Gesprächen.

1990 fing sie dann in „meiner“ Praxis an und wir wurden relativ schnell gute Freunde. Pferde verbinden. Wir unternahmen sehr viel zusammen und auch sonst schienen wir auf einer Wellenlänge zu sein. Ihre Tochter lernte ich in dieser Zeit auch besser kennen.

Erst hatte sie ihre Pferde in einem Dressurstall stehen. Da ich mich früher auch dort aufgehalten habe, wusste ich, dass es dort nicht so schön für die Pferde war. Zu kleine Boxen, kein Heu, merkwürdige Futterrationen. Es wurde nicht mal bemerkt, das ein Pferd schon zwei Tage nicht gefressen hatte. Die neue Futterration wurde einfach oben drauf geschüttet. Das Pferd starb kurz darauf an Kolik.

Meine Freundin nahm daraufhin ihr Pony und ihr Pferd und zog zu einer Bekannten. Dort musste sie nach zwei Jahren weg, da die Bekannten ihren Hof nicht mehr halten konnten.

Dann kamen die Pferde in einen Stall, da war wirklich alles Super, es gab nur keinen Reitplatz. Dort waren sie allerdings ziemlich lange. Die Tochter ging noch zur Schule und meine Freundin bezahlte die Stallmiete.

Irgendwann wechselten sie den Stall. Der Grund, den sie angegeben hat, war, dass der Reitplatz nicht fertig wurde, und das Kind auf Turnieren immer schlecht abschneiden würde, weil sie nicht richtig trainieren konnte.

Dann kam eine Odyssee durch die verschiedenen Ställe in der Umgebung. Sie blieben meist nicht länger als zwei Jahre(eher kürzer). Meine Freundin hatte immer gute Gründe. Futter nicht ok. Stallbesitzer doof. Abmachungen wurden nicht eingehalten.

Ich hatte keinen Grund, dieses anzuzweifeln.

Im letzten Stall hatten sie dann ein Pony und zwei Pferde. Das Pony(ca. 1,48 m Widerristhöhe) war eigentlich schon in Rente, sollte aber, damit es ein wenig Bewegung hatte, einmal am Tag eine Stunde im Reitunterricht mitgehen. Natürlich nur mit kleineren Kindern, denn wie gesagt, sie war ja nicht mehr die Jüngste.

Als meine Freundin dann einmal zu einer für sie ungewöhnlichen Zeit zum Stall kam, sah sie einen Erwachsenen, der das Pony ritt. Nach Recherchen fand sie heraus, dass das Angebot, was sie gemacht hatte, total ausgenutzt wurde und das Pony mehrere Stunden am Tag gehen musste.

Sie rief mich an und wir machten einen Freundschaftspreis aus (nur tatsächlich anfallende Kosten) und das Pony kam zu mir.

Fünf Jahre war alles OK.

Freundin und Tochter wechselten weiterhin die Ställe und dann lernte die Tochter einen Mann kennen, der selber einen Stall hatte. Das ewige Suchen schien zu Ende.

Dann bekam die Tochter ein Pferd geschenkt, welches als unreitbar galt und krank. Sie brachte es zu mir und es kam auf die Wiese um sich zu erholen. Ein weiteres Jahr und im Stall des Freundes hing der Haussegen schief und die anderen zwei Pferde kamen auch zu mir. Wir hatten ja nun schon lange genug ausprobiert ob wir auch im Stall gut zusammen passen.

Und alles passte. Sie betüddelten ihre Pferde so wie ich und mit der Fütterung und Weidegang lagen wir auch auf einer Wellenlänge. Das einzige Problem war der Reitplatz. So etwas habe ich nicht und wollte ich auch nicht bauen, das sagte ich vorher, aber das wäre für sie kein Problem. Die eine Weide sei ja gerade genug, da könne man sich eine Ecke abteilen und zum Bewegen im Winter hätten wir ja sogar eine kleine Halle. Alles sei wunderbar.

Die Tochter sagte mir gleich, dass ihr Chef nicht so gut zahlen würde und sie deshalb nicht immer am 1. des Monats bezahlen könne. Das war für mich kein Problem, da bin ich sozial. Hauptsache das Geld kommt.

Zwei Jahre war dann alles ganz toll. Ich sah meine beste Freundin jeden Tag, was total gut war, weil sie mittlerweile den Arbeitgeber gewechselt hatte und wir uns sonst nicht so häufig gesehen hätten.

Wir bauten einen provisorischen Reitplatz.

Wir streuten in die Halle Späne als Boden.

Wir unterteilten die Weiden, damit die Pferde, die sich nicht verstanden, nicht zusammen stehen mussten.

Alles war gut.

Wir waren eine glückliche Stallgemeinschaft.

Die Tochter allerdings hatte ja einen doofen Job, sie musste immer durch die Gegend fahren, konnte so fast nie helfen und auch nicht reiten. Außerdem kam das Geld sehr schleppend und sie konnte ab und an das Stallgeld nicht bezahlen. Manchmal hatte sie auch kein Geld für Futter, dann bin ich los, und habe welches gekauft.

Irgendwann war es dann so weit, dass das Verhältnis nicht mehr so gut war. Auf einmal fingen sie an, komisch zu werden. Der Weg wäre zu weit, der Boden zu matschig oder zu trocken. Die Halle sei zu klein, sie könnten mit ihren Dressurpferden dort nicht richtig reiten, meine Stute hätte ihre Stute gejagt und und und.

Das ging mir dann wirklich auf den Keks. Aber weil sie ja noch immer  meine beste Freundin war, sagte ich nur, dass sie das ja vorher gewusst hätten und schluckte meinen Ärger runter.

Nach einigen nervigen Wochen sagten sie mir dann am 31.12. dass sie die Pferde am 01.01. in einen anderen Stall bringen würden. Eine Kündigungsfrist hatten sie dabei nicht eingehalten, aber ich war nicht böse, sondern nur erleichtert. Die Freundschaft war gerettet und unser Seelenfrieden wäre auch wieder hergestellt. 

Das einzige Problem waren die gut 600 Euronen (ich weiß, ich bin selber schuld, aber ich hatte sie ständig darauf hingewiesen), die die Tochter noch nicht bezahlt hatte. Sie meinte, ich solle ihr eine Abrechnung fertig machen und dann würde sie es bezahlen. Die Boxen würden sie dann im Februar ausmisten.

Die Pferde blieben dann doch noch einen Monat länger, weil das Wetter nicht so gut war (Eis und Schnee), die Tochter hatte die Abrechnung und zahlte nichts. Auch den letzen Monat nicht. So wuchs dann der Betrag auf gut 900 Euronen an.

Ich telefonierte einige Monate hinter meinem Geld hinterher, die Tochter hatte immer eine Ausflucht. Oder sagte, sie würde bald bezahlen. Die Boxen mistete sie auch nicht aus. Der Kontakt zu meiner Freundin war immer noch gut. Sie hatte ja für ihre Pferde bezahlt und sie hatte die Boxen ihrer Pferde ausgemistet und alles war gut. Sie hatte ja auch quasi mit meinen Streitigkeiten mit ihrer Tochter nichts zu tun. Also sprachen wir da nicht drüber.

Dann sagte der Brocken nach einigen Monaten, er habe die Schnauze voll, er würde jetzt zum Anwalt gehen.

Der setzte dann ein Schreiben auf und schickte es an die Tochter.

Es kam dann zurück, dass sie und ihre Mutter die Kosten für die Pferde IMMER am 01. des Monats zusammen bezahlt hätten und sie keine Schulden bei mir hätte. Dies würde ihre Mutter auch vor Gericht bezeugen. Außerdem sei mein Heu und mein Stroh so schlecht gewesen, dass eines ihrer Pferde jetzt eine chronische Lungenerkrankung hätte (es hatte schon Husten, als es zu mir kam) und eines in der Zeit bei mir eine Kolik hatte. Und wenn ich noch mehr Forderungen stellen würde, würde sie sich überlegen, ob sie Schritte gegen mich einleiten würde. Die Boxen habe sie ausgemistet.

Ich war erstmal baff. Sie hatten ihre Pferde selber versorgt und nie über die Qualität von Heu und Stroh gemäkelt. Das einzige, was UNS alle genervt hatte, war das Stroh. Das stand draußen und in dem harten Winter war die oberste Schicht der Rundballen eingefroren. Es war sehr schwer, diese zu öffnen. Wenn diese Stroh-Eis-Schicht abgetragen war, war das Stroh gut. 

Ich habe daraufhin meine Freundin angerufen und gefragt, was das soll. Sie hat einfach aufgelegt und seit dem habe ich nicht mehr mit ihr gesprochen.

Für mich ist sie gestorben.

Sie hat mich verraten!

Am meisten ärgert mich natürlich (heute noch), dass ich DREIUNDZWANZIG Jahre gebraucht habe, diese Person, die sich Freundin nannte, wirklich richtig kennenzulernen. Mittlerweile weiß ich, dass dieses Abzock-Pärchen das in jedem Stall so gemacht hat und wenn die Freundin wirklich eine Freundin gewesen wäre, dann hätte sie die Pferde ihrer Tochter gar nicht erst zu mir gestellt.

Gut, Freundschaften verändern sich und ich stelle die ersten Jahre auch nicht in Frage. Bei ihr haben sich dann vielleicht die Prioritäten verschoben und ich war nicht mehr so wichtig. Aber dass ich das nicht gemerkt habe, wurmt mich natürlich…

Die Geschichte ist jetzt fast zwei Jahre her und ich habe sie in den letzten Monaten ein paarmal auf der Arbeit gesehen (Sie arbeitet ja eigentlich woanders, aber wir teilen uns den Montag, aber meist bin ich schon weg, wenn sie kommt) und sogar ein paar Worte (nur dienstlich, ich bin Profi) gewechselt. Am Anfang war ich traurig, dann wütend und jetzt bedeutet sie mir nichts mehr. Ich bin allerdings immer noch sauer darüber, dass ich, die ja nun mal keine Lizenz zum Gelddrucken hat, keinen Cent von der Tochter bekommen hat. Ich denke allerdings fast gar nicht mehr daran und habe das unter „Lernen für’s Leben“ verbucht.

Gestern Abend klingelt nun das Handy vom Brocken. Da meldet sich jemand mit dem Vornamen und der Brocken weiß erst gar nicht, wer sie ist. Erst im Gespräch kommt heraus, dass es DIESE FREUNDIN ist. Ihre Heizung ist kalt und ihr Heizungsmonteur kommt nicht mehr raus (vielleicht auch nicht bezahlt?). Sie weint ins Telefon, seit zwei Tagen ist ihre Heizung kalt. Der Brocken ist versucht gleich loszufahren, hat aber zwei Glas Wein getrunken und wäre auf mich angewiesen. Der Krümel ist  bockig und fährt nicht. Da ihr Monteur vor zwei Tagen einmal geschaut hat, soll sie ihn noch mal anrufen. Ich finde, sie kann ruhig noch einen dritten Tag im kalten sitzen. 

Als sie auflegt, haben der Brocken und das Krümel noch eine kleine Diskussion. Der Brocken meint, er kann doch mal schauen, die arme Frau sei ja ganz alleine und ich meine, dass mich das nichts angeht und sie ruhig ein wenig frieren kann. Sie hat keine kleinen Kinder, ihr Hund hat Fell und sie eine Decke. Warm Duschen wird auch vollkommen überbewertet und in mir brodelt es ein wenig. 

Der Brocken ist heute auch den ganzen Tag unterwegs. Sie hat ihn angerufen und er hat ihr abgesagt. Braver Brocken!!!

Jetzt meint er aber, ich sei nachtragend…

Ich finde, sie ist dreist und sollte sich in Grund und Boden schämen!

Mit dem Brocken zum Brocken… …Teil I

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…in den Herbstferien haben wir uns mal etwas gegönnt. 

Zwei Tage Urlaub auswärts.

Der Brocken ist selbstständig und hat ja NIE Zeit. Einige Diskussionen und ein Ultimatum später durfte ich zwei Wochen vor den Herbstferien nun ein Ranch House in der Westernstadt Pullman-City-Harz für eine Nacht buchen.

Das kleine Kind (12) durfte mit und das große Kind(16) musste mit. So war auch die Laune der beiden. Sie hatte gute Laune, er schlechte… …was die Kids besonders toll fanden? – Die Lucie(Hund) durfte auch mit.

Endlich war es fast so weit. Am Tag vor der großen Fahrt steige ich um 17.00 Uhr eben noch mal schnell ins Auto um Reisegeld und Reiseproviant zu kaufen. Ich steuere den Wagen vom Hof, nach ein paar Metern zieht der Wagen nach rechts und ich muss ordentlich gegenhalten. Irgendwie lässt er sich merkwürdig fahren. Die Lenkung ist sehr schwammig. Nach einigen hundert Metern muss ich vor der Ampel halten.

Ich steh da so und warte, dass die Ampel wieder grün wird, singe lauthals den Song aus dem Radion mit und erschrecke mich fast zu Tode, als auf einmal ein Mann an meine Scheibe klopft. Ich lasse das Fenster herunter und sage artig fragend „Guten Tag?“, ich kenne den Mann nicht. Er sagt mir dann, mein Reifen vorne rechts sei total platt. Netter Mensch. Früher wurden die Personen geköpft, die einem schlechte Nachrichten überbrachten. Hach, die GUTE ALTE ZEIT!!! Ich bedanke mich artig und fahre rechts ran. Der Reifen ist so etwas von platt. Sozusagen null Luft mehr drauf.

Wie kommt denn so was?

Krümel ruft den Brocken an, der sich am Telefon nicht zurückhält und doch recht freudig klingt, dass die geplante Reise dann wohl doch ins Wasser fällt. Er könne auch gar nicht helfen, ich sollte doch die ortsansässige Werkstatt anrufen.

Toll, ich habe natürlich ein Telefonbuch dabei. Naja, 11880 – da werden sie geholfen. Wenn die noch Autos reparieren könnten, wären sie perfekt. Da sie mich aber mit der Werkstatt verbinden finde ich sie immerhin fast perfekt. Es ist sogar noch jemand in der Werkstatt (und zwar nicht nur die Putzfrau), was ja um diese Uhrzeit nicht unbedingt zu erwarten war…

Innerhalb von zehn Minuten kommt ein schnuckeliger junger Mechatroniker der sogar total dekorative schwarze Flecken im Gesicht hat und meint, der Reifen sei platt. (Haha, ach was?) Netterweise hat sein Chef mir geglaubt und ihm so ein Reifenaufpusteding, wie es an den Tankstellen gibt, mitgegeben. Das Teil ist leer, der Reifen halbvoll. Geländewagen mit Riesenpuschen halt.

Ich fahre brav in die Werkstatt. Frage mich, ob man den Reifen reparieren kann und was das wieder kosten wird. Ich weiß noch, dass ich im letzten Jahr fast 12 Wochen nach geeigneten Reifen für meinen Wagen gesucht habe, da er so eine merkwürdige Reifengröße hat (Engländer halt). Es bleibt also spannend. 

Ich darf mich in den warmen Aufenthaltsraum setzten, Kaffee trinken, Bonbons futtern und den Lesezirkel durchblättern. Der junge Mechatroniker versucht meinen Wagen in die Werkstatt zu fahren, was ihm erst nach mehrmaligen Absaufen lassen meines Wägelchens gelingt. Nachdem ich einen Koffeinflash habe, zwei Kilo wegen der Karamellbonbons mehr auf den Hüften habe und ich jetzt wieder vollkommen, des Lesezirkels sei Dank, über die Welt der Reichen und Schönen informiert bin, ist der Reifen repariert. Glück im Unglück, es war nur das Ventil. Und es konnte gleich repariert werden. Und es kostete nur 10,– €uronen. Ich war wirklich baff… …wo bekommt man in Deutschland noch eine Reparatur für so wenig Geld? Normalerweise hätte die Anfahrt schon so viel gekostet. 

Nun hatte ich ein fahrtüchtiges Auto und eine Bank, die schon zu hatte. Also musste ich am nächsten Tag vor der großen Fahrt nochmal los um Geld zu holen. Null Problemo… 

Eben noch im Supermarkt mit Wegzehrung eingedeckt und die Koffer gepackt und die für die Tiere soweit alles vorbereitet und mit der Freundin nochmal durchgehechelt was sie wie versorgen muss und dann konnte ich auch schon ins Bett, in dem der Brocken schon selig schnarchte.

Endlich Urlaub…

 

Das mit den Foren verstehe ich nicht…

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…ich hatte mich mal vor einigen Jahren in einem Forum für Pferde angemeldet, dann aber irgendwann keine Lust mehr, dort zu schreiben und zu lesen. Warum wusste ich gar nicht mehr, bis gestern, bzw. heute…

Mein Mann ist Eisenbahnfan mit Leib und Seele. In unserem Garten ist eine ca. 850 m² große Außenanlage im Maßstab 1:22,5 entstanden, mit vielen Bäumchen, Blumen, Bergen, Figuren, Häusern und und und und und… …seit fast 15 Jahren werkelt er daran jetzt rum, die Anfangspackung stand eigentlich Weihnachten vor 15 Jahren unter dem Weihnachtsbaum als Geschenk für das Kind. Das hatte einige Jahre Spaß daran, aber den größten Spaß hatte nun das große Kind (werden Männer eigentlich jemals erwachsen?)…

Vor ein paar Tagen meint er nun, jemand hätte Bilder von seiner Gartenbahn in ein Forum ins Internet gestellt, das wollte er gerne mal sehen.

Gesucht-Gesucht-Gesucht und endlich auch gefunden und schon hatte er Blut geleckt. WILL auch Account haben, WILL auch Bildchen einstellen, WILL auch seinen Senf dazu geben. Er WILL WILL WILL – weiß aber nicht wie.

Naja, die Krümel hat ja ein bisschen Erfahrung und bastelt dem Brocken schnell ein Account im Forum, damit er aufhört zu betteln und nicht noch anfängt zu weinen. Er will nun dort schreiben. Schnell angemeldet –

UND?

ES GEHT NICHT – Der Admin hatte noch keine Zeit zu prüfen, ob der Brocken in der Gemeinschaft der Eisenbahnfreunde Willkommen ist.

Auch Stunden später funzt es nicht und mit hängenden Mundwinkeln wird sich dem Fernsehprogramm zugewendet.

Am nächsten Tag nun geht es. Der Brocken ist drin (Mensch, so einfach war das…) und irrt erstmal herum. Wo sind denn seine Bilder? Der Inhalt des Forums ist groß. Dort auf gut Glück zu suchen vielleicht etwas ähm schwierig. Naja, es gibt ja die Suchoption. Ich gebe „Bilder von Brocken’s Eisenbahn“ ein und schicke die Suchanfrage los. 

Es lädt und lädt und lädt und dann erscheint eine Seite, die mir sagt, ich hätte meine erlaubte Menge an Suchanfragen überschritten und müsse 30 Sekunden warten um es erneut versuchen zu können. Ja nee – iss klar! Ich habe zwar gesucht, aber gar keine Antwort erhalten. Das ist bei jedem Orakel so. Frage – Antwort – fertig! Hier im Forum klappt es nicht.

Nach mehreren Versuchen gebe ich auf, der Brocken ruft seinen Kumpel an. Nach einigem hin und her sind wir nun glücklich auf der bestimmten Seite angekommen. 

Der Brocken ist nun ganz kribbelig und will sehen was man (ähm ich) alles so dort machen kann. Als erstes Antwortet er (ich) auf die Bilder und gibt damit an, dass es seine Bahn ist (er diktiert, weil er nicht weiß, wo welche Buchstaben auf der Tastatur sind und er schwört Stein und Bein, sie wären jeden Tag anders angeordnet).

Die Antwort ist weg und da hat noch keiner drauf reagiert… …wie doof ist das denn?

Fünf Minuten später ist immer noch nichts da. Aber der Brocken hat ein neues Projekt. Video! Danach wurde doch gefragt, oder? Krümel muss aus allen verfügbaren Videos mit dem Moviemaker ein Filmchen zusammenbasteln und bei Youtube hochladen und dann in das Forum stellen. Die sollen dort Bauklötze staunen.

Das Video ist schnell zusammen gebastelt und auch schnell hochgeladen (nur 68 Minuten) und dann auch schon im Forum unter Außenanlagen eingestellt, was sogar relativ leicht war, ein kurzer Text dazu und schon freut sich der Brocken. Die Krümel freut sich, weil der Brocken sich freut.

Nun kann man ja ständig auf „aktualisieren“ klixen und schon sieht man, wie viele Leute das Video schon angeschaut haben. Nach einer Stunde waren es schon über 50 klix (obwohl ich nicht weiß, ob das nicht auch durch das Aktualisieren kommt) und keiner hat geschrieben. Der Brocken ist vollkommen deprimiert…

Es ist irgendwann mal Zeit, ins Bettchen zu gehen und der Brocken muss ohne Kommentar schlafen gehen. Er hat es überlebt. 

Heute morgen sind zwei Kommentare da, die das Video gaaaaanz toll finden und sich auf mehr freuen. Das freut den Brocken und er will unbedingt gleich noch ein Video basteln.

In der privaten Nachrichtenbox ist eine Nachricht. In freudiger Erwartung, was dort wohl kommt, öffnet der Brocken seine Nachricht.

UND?

Sie ist vom Admin. Er (jetzt natürlich ICH) habe das Video im falschen Forum eingestellt. Innerhalb der Forums gibt es ja schließlich viele Foren und auch das Forum „Videos“ und man bäte doch darum, dort die Videos hochzuladen, weil das ja der Platz für Videos ist. Dort und nirgendwo anders! Das wäre jetzt keine Rüge, aber man wolle das klar stellen. Sonst wäre das ja auch zu verwirrend, wenn jeder was hochladen wolle, wo er will…

Da hat er natürlich recht. Weil wir neu sind, haben wir Welpenschutz. Ich hatte schon bei einigen anderen Einträgen gesehen, dass sie auch öffentlich beißen.

Er erklärt, wenn wir das Video in dem Forum Video hochgeladen haben, dann könnte man ja den Link dazu in den eigentlich falsch platzierten Forumseintrag  setzten.

Ok, auch wenn ich es nicht verstehe, denn dann habe ich ja indirekt doch ein Video dort platziert. Wenn auch nicht hochgeladen, so doch verlinkt. Das geht über meinen Horizont.

Man möchte ja ein guter Forumsnutzer sein, deshalb habe ich nun das Video hochgeladen. Also da, wo es hingehört und habe nebenbei noch ein zweites Bahnvideo bei Youtube eingestellt und denke, damit es nicht so unübersichtlich ist, hänge ich das zweite Video als Kommentar an das erste. 

UND?

Das geht nicht, weil nur Admins Videos kommentieren dürfen.

Wie geil ist das denn?

Wenn man sich schon die Arbeit macht, ein Video zusammen zu stellen, hochzuladen und einzustellen, dann möchte man doch auch von den Leuten, die es sehen ein feefback haben und nicht nur von den Admins, oder?

Das habe ich denen jetzt erstmal als Mail geschickt (ganz doll lieb, weil das ja der Brocken-Account ist) und warte – warte – warte auf Antwort.

Mittlerweile weiß ich auch wieder, warum ich aus dem Pferdeforum relativ schnell wieder ausgeschieden bin. Meine Kommentare und Beiträge waren zu lang, zu bunt, die Schrift zu groß und natürlich durfte es kein Comicsans, sondern nur die automatisch vorgeschlagene Schrift sein. Meine schriftlichen Ergüsse waren augenunfreundlich und wären schlecht zu lesen. Meine Beiträge und Kommentare wurden daraufhin von den Admins so beschnitten und umgefärbt, dass es mehr zu dem Forum aber weniger zu mir gepasst hat.

Es war dann einfach Zeit zu gehen!!!