Ein bisschen mehr Schamhaftigkeit stünde vielen nicht schlecht…

Standard

Ich bin weder prüde noch verschlossen. Aber es gibt Dinge, die muss ich der Öffentlichkeit einfach nicht mitteilen und die will ich von anderen Personen auch nicht wissen!!!

Wie ich da jetzt drauf komme?

Ich wohne in einem zur Kleinststadt mutierten Dorf, bzw. außerhalb davon. Nun muss ich in des Städtchens Kern,  wenn denn der Einkauf größer ausfällt, vier Kilometer mit meinem Wägelchen fahren. Einkaufen finde ich lästig.

Da komme ich gerade von diesem besagten Großeinkauf, singe lauthals ein Stück aus dem Radio mit und bin ganz zufrieden mit mir, weil ich den Einkauf nicht bis kurz vor Ladenschluss aufgeschoben habe. Ein guter Tag! Rechts und links am Straßenrand säumen Autos den Weg und mitten auf der Straße steht so eine Autofahrerin (Frau am Steuer, sage ich nur) und unterhält sich lauthals mit einem Mann, der gerade in seinem Garten rumwerkelt. Trotz dieser ungewollten Pause lasse ich mir meine Laune nicht verderben. In den Gärten fremder Menschen gibt es ja immer etwas zu sehen. So auch heute…

Also die Gärten sind ja eigentlich hinter den Häusern. Und vor den Häusern sind die kleinen Vorgärten, die jeder von der Straße aus einsehen kann. Mein Blick wandert langsam über die vier Vorgärten in meinem Blickfeld. Da hat doch glatt jemand seine Wäsche vor dem Haus aufgehängt. Will ich wissen, was derjenige, der mir wohl bekannt ist, trägt? 

Nein, will ich nicht!

Zu spät!!!

Neben seinen schwarzen Slips hängt auch so ein Teil wo er sein Teil hineintun kann und zwar in Elefantenform – schick an den beiden Ohren aufgebamselt mit Rüssel zur Straße…

Hilfe, jetzt habe ich Kopfkino!

Wenn er das nächste Mal in die Praxis kommt muss ich aufpassen, dass ich ihn nicht mit: „Guten Tag Herr Elefant…“ anrede… :D

Advertisements

»

  1. Was es nicht alles so gibt… Hm, was mich an der Stelle natürlich interessieren würde ist, welcher Art Dein Kopfkino nun ist? Die Neugier, wie das Ding angezogen an ihm aussieht? Ohne dass Du das wirklich wissen willst, weil Dir das viel näher kommt, als Du diesem Menschen je würdest kommen wollen? Verständlich. So gesehen, fühlst Du Dich bedrängt von dem, was auf seiner Leine hängt. Obwohl man, objektiv betrachtet, nicht sagen kann, dass er verantwortlich für Deine Gedanken ist, oder?

    Lustig stelle ich mir vor, wie er reagieren würde, wenn Du ihn beim nächsten Sehen tatsächlich mit „Guten Tag Herr Elefant“ anreden würdest.

    Um ehrlich zu sein, nervte mich schon, wenn die Nachbarin ihre Wäsche auf dem Ständer vor ihrer Wohnungstüre (neben meiner Türe) trocknete, auch wenn ich dort nicht die Unterwäsche oder ähnliches sah. Aber ich dachte: „Hallo, sind wir im tiefsten Italien oder sonst einem südlichen Land, wo alle Wäsche quer über die Straße hängt? Schließlich hat sie eine Wohnung, wie ich auch. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder nun seine Wäsche ins Treppenhaus stellt?“ Es waren natürlich Grenzen in meinem Kopf, die das hervor brachten. Fakt ist, dass ihre Wohnung ein Mini-Bad hat und auch sonst ein Stück kleiner ist als meine, während mein Bad groß genug ist, dass ein Wäscheständer dort gut Platz hat. Fakt ist auch, dass ihre Wohnungstüre die letzte im obersten Stock ist, wo niemand mehr vorbei muss und sie vor sich nur die Brüstung des Treppengeländers hat, höchstens sich selbst beim rein- und rausgehen behindert, aber sonst niemanden. Was auch bedeutet, dass außer mir und der Frau der dritten Wohnung in unserem obersten Stockwerk niemand sonst die Wäsche zu sehen bekommen wird. Also what? WEN störts?

    Etwas in mir fühlte sich gestört. Ich vermute es war das Ausstellen der privaten Dinge von einer Person, der ich mich sonst nicht sehr nah fühlte (vielleicht ähnlich wie bei Dir?). Betonung auf „fühlte“ in der Vergangenheitsform. Inzwischen wohnt jemand anderer nebenan. Die Praktik mit der Wäsche ist die gleiche geblieben. Ich sehe die Wäsche nebenan beim rein- und rausgehen jetzt ziemlich gelassen, denke höchstens noch: „Aha, heute war weiße Wäsche dran?“ Oder: „Aha, der Junge hat aber viele Hosen, die er schmutzig gemacht hat“ usw. Zu der jetzigen Nachbarin habe ich ein angenehmes persönliches Verhältnis, ausgehend davon, dass ich ihr als Willkommensgeschenk, als sie einzog, eine blühende Orchidee schenkte.

    Setzt uns das Leben nicht immer das vor, woran wir wachsen können?

    LG
    Marion

    • ^^ natürlich kann er nichts für meine Gedanken.

      Stell Dir mal vor, Dein Partner enthüllt sich und steht mit nix mehr an, außer besagtem Elefanten, vor Dir, der (ich habe gute Augen und es war ziemlich dicht) latent aussieht wie Benjamin-Blümchen, nur ohne rote Mütze? Ich würde mich kaputtlachen… :D.

      Ob ich mich groß daran störe, dass jemand so etwas in seinem Vorgarten hängen hat? Nein, eigentlich nicht wirklich… …es ist auch eher amüsant als eklig und hat mir beim Schreiben den einen oder anderen Schmunzler abgerungen. Und ohne so eine Situationskomik gäbe es wohl auch den einen oder anderen Beitrag bei mir nicht… ;)

      Liebe Grüße… :)

      • Manchmal neige ich dazu, das Leben ein bisschen ernst zu nehmen. Gut zu wissen, dass bei Dir vieles nicht so heiß gegessen wie gekocht wird :)

        Situationskomik ist schon was herrliches. So gesehen schreibt das Leben die schönsten Geschichten… Sonderlich ernst nehmen könnte ich so einen be-Elefant-eteten Schniedel wohl nicht :))

Kotz Dich aus!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s